Hohe Gründungsdynamik an der Uni zu Lübeck

Der Uni-Gründerpreis der Sparkasse zu Lübeck wird 2010 zum zweiten Mal vergeben. Gegenstand des mit 10.000 Euro dotierten Gründerpreiswettbewerbes sind erfolgversprechende Existenzgründungsinitiativen von Mitarbeiten und Studenten der Uni zu Lübeck, die auf Basis vorgelegter Businesspläne und Bewerberpräsentationen von einer hochkarätigen Jury beurteilt werden.

Die diesjährigen Jurymitglieder Lutz von Majewski (Präses der Kaufmannschaft zu Lübeck; Juryvorsitzender), Björn Engholm, Matthias Schulz-Kleinfeldt (Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck), Professor Jürgen Klein (Gründungsmanagement Fachhochschule Lübeck), Professor Thomas Martinetz (Vizepräsident Universität zu Lübeck), Norbert Basler (Unternehmer), Frank Schumacher (Vorstandsmitglied Sparkasse zu Lübeck) und Dr. Raimund Mildner (Projektleiter Gründerklink der Uni zu Lübeck) hatten unter neun hochwertigen Gründungsprojekten auszuwählen. Wesentlich bei den Projekten ist hervorzuheben, dass diese mehrheitlich an der Schnittstelle von Naturwissenschaft-Technik und medizinischer Anwendung positioniert sind und entsprechend aus interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Institute und Kliniken der Universität erwachsen sind.

Hintergrund für die erfreuliche Gründungsdynamik an der Uni zu Lübeck ist das erfolgreiche Projekt "Gründerklink", das über drei Jahre vom Bundeswirtschaftsministerium im Programm EXIST - Existenzgründungen aus der Wissenschaft gefördert wurde. Die Gründerklink zielte darauf ab, durch Sensibilisierung- und Motivierungsmaßnahmen, vor allem Informationsveranstaltungen und Workshops, eine frühzeitige Erkennung von Gründungspotenzialen bei verwertungsorientierten Forschungsprojekten herbeizuführen. Auf dieser Basis setzten dann gezielte projektunterstützende Maßnahmen an, um die Gründungschancen aus wissenschaftlichen Projekten heraus zu verbessern und letztlich Gründungen auch tatsächlich herbei zu führen. Dieser neuartige Ansatz einer frühzeitig einsetzenden und intensiven Projektbegleitung der Gründerklink hat erfolgreich funktioniert und zum Ende des Projektes insgesamt fünf erfolgreiche sogenannte Forschungstransferprojekte im EXIST-Förderprogramm ermöglicht. In diesen Forschungstransferprojekten werden die Universitätsmitarbeiter darin gefördert, den Übergang aus der Wissenschaft in die Firmengründung zu bewältigen. Diesbezüglich nimmt die Universität zu Lübeck auch bundesweit eine Spitzenstellung bei EXIST-Gründerprojekten ein.

Jenseits noch der Gründungsunterstützung aus der Universität plädiert der Festredner Uwe Thomas, - ehemaliger Wirtschaftsminister des Landes Schleswig Holstein und Staatssekretär Bundesforschungsministerium, heute stellvertretenden Beiratsvorsitzender für das EXIST-Programm des BMWi - dafür, dass auch nach der unmittelbaren Gründungsphase das Kapital für Firmenwachstum zur Verfügung stehen muss. Er argumentiert für strukturelle Verbesserungen im Risikokapitalsystem für Gründer. Und er empfiehlt eine wirksame Unterstützung von Gründern im regionalen Umfeld, für die er in Lübeck angesichts der erzielten Erfolge eine gute Basis sieht. Eine Bewerbung der Universität im EXIST-Programm für Gründerhochschulen wird von Uwe Thomas nahelegt.

Dr. Uwe Thomas; stellvertr. EXIST-Beiratsvorsitzender:

"Sie haben hier in Lübeck mit der Universität und der Fachhochschule zwei Perlen mit Spitzenrankings des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und zugleich in der Region eine Reihe von großen medizintechnischen Unternehmen wie Dräger, aber auch Philips, Olympus, Johnson und Möller-Wedel, die den Uni-Transfer-Preis gestiftet haben, von den vielen spezialisierten kleineren Unternehmen, wie etwa Söring, ganz zu schweigen. Es muss doch Spaß machen, dieses Potential in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen."

"Worum es heute geht, ist die fortlaufende Erneuerung des für Deutschland außerordentlich wichtigen Unternehmensbestands. Wir brauchen die jungen innovativen Unternehmen, die in ihrem Spezialgebiet in der Lage sind, Weltmarktführer zu werden, dringend. Ich glaube fest daran, dass Norddeutschland als Ganzes ein großes Potential hat, welches in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen möglich ist. Gemeinsam wird das eine Wachstumsregion werden können, die anfängt, ihre Stärken auszuspielen."

Wolfgang Pötschke, Vorstandssprecher der Sparkasse zu Lübeck:

"Der Wert des Preises besteht nicht nur aus seiner rein materiellen Komponente von 10.000 Euro. Viel bedeutender ist seine Funktion, der Öffentlichkeit stets aufs Neue bewusst zu machen, dass es mit gutem Erfolg gelingt, den Innovationstransfer aus Forschung und Wissenschaft vor Ort in Arbeitsplätze und Wachstum umzusetzen."

Prof.Dr. Thomas Martinetz, Vizepräsident der Universität zu Lübeck:

"Die Profiluniversität Lübeck hat ganz außerordentliche Anstrengungen im Technologie-Transfer und bei Ausgründungen unternommen. Die im jährlichen Wechsel vergebenen Uni-Transfer- und Gründerpreise sind Ausdruck des Erfolges, der weit über Lübeck hinaus wahrgenommen wird."

"Eine der Zukunftschancen für Lübeck liegt bei den neu gegründeten Unternehmen. Diese Chance muss erhalten, gepflegt und weiterentwickelt werden. Entrepreneure waren schon zu Zeiten der Hanse die Basis für den städtischen Wohlstand."

Kurzvorstellung der Bewerberprofile

Unternehmensgegenstand bei Analgotemp-Monitoring ist die Entwicklung eines nicht invasiven diagnostischen Medizinproduktes bei der Verwendung von regionalen Anästhesieverfahren. Dabei wird über definierte Hautoberflächen-Temperaturdifferenzen auf die Schmerzausschaltung geschlossen und durch das Monitoring-Gerät die Anästhesietiefe angezeigt. Das Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit dem chirurgischem Forschungslabor der Klinik für Chirurgie entwickelt und zur Basis der Firma AnalgoTemp-Medizintechnik GmbH werden.

Analgotemp-Monitoring
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Titanisierte, biologische Herzklappenprothesen, mit neuartigem Klappendesign, ist der Entwicklungsgegenstand einer Arbeitsgruppe aus der Herzchirurgie von Prof. Sievers. Die Arbeitsgruppe untersucht, entwickelt und erprobt die neuartige Herzklappe und führt auch die langwierigen präklinischen und klinischen Studien hierzu durch. Die Kooperation mit einem herstellendem Medizinprodukte- Unternehmen ist bereits hergestellt, so dass in Kooperation in ca. fünf Jahren die wesentlich verträglicheren und haltbareren Herzklappen aus Lübeck auf den Markt kommen könnten. Die Arbeitsgruppe ist im Exist-Programm Forschungstransfer gefördert.

Herzklappenprothesen
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Etwas aus der Reihe fällt die Geschäftsidee Imtakt. Das Geschäftsmodell beinhaltet eine gemeinnützig orientierte Netzwerkdienstleistung, bei der Hochschul-Know-How und Marktkompetenz von Firmen in Verbindung gebracht werden mit handwerklichen Tätigkeiten im sozialen Bereich, also etwa betreute Werkstätten oder auch Entwicklungshilfetätigkeiten. Beispiel ist ein einfach herzustellendes Windrad, das den Gründern als Pilotfall dienen soll.

Imtakt
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Das Gründungsvorhaben Magnet-Partikel-Spektrometer ist aus dem Umfeld des Instituts für Medizintechnik der Universität, Prof. Buzug, entstanden. Das Magnet-Partikel-Spektrometer ist in der Lage, magnetische Nanopartikel zu charakterisieren. Diese Funktionalität wird sowohl in wissenschaftlichen als auch industriellen Forschungslaboren benötigt, die auf dem wachsenden Gebiet der magnetischen Nanopartikel arbeiten. Das Gründerteam bearbeitet gerade den Antrag für ein Exist-Forschungstransferprojekt und ist da bereits weit vorangeschritten.

Magnet-Partikel-Spektrometer
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Die Idee beim Monitoring-over-IP besteht darin, dass eine audiovisuelle Überwachung per Voice-over-IP über W-Lan ermöglicht wird. Mit Monitor-Over-IP wird die personalsparende, flexible Überwachung von Personen und Räumen ermöglicht. Die Idee wird voran getrieben von zwei Informatikstudenten der Universität.

Monitoring-over-IP
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Optomedical Technologies befasst sich mit der sogenannten optischen Kohärenztomographie am Institut für Biomedizinische Optik der Universität in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Laserzentrum Lübeck. Das Kerngeschäft der im Januar des Jahres gegründeten Firma ist die produktfähige Entwicklung, Fertigung und der Vertrieb einer universellen OCT-Kamera als Zubehörgerät für bildgebende optische Medizingeräte, wie z.B. OP-Mikroskope und Endoskope.

Optomedical Technologies
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Gegenstand der Bewerbung Simutrans ist ein mobiles Gerät zur Simultanübersetzung, das bei Privat- und Geschäftsreisen mittels eines kleinen Gerätes von der Größe heutiger Smartphones direkte Übersetzungen vor Ort ermöglicht. Die beiden Gründer sind beide junge Informatikabsolventen der Uni.

Simutrans
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Zwei Studenten des Studiengangs Computational Life Science der Uni Lübeck haben die Geschäftsidee einer Wesor-Vision Firma der Jury vorgestellt. Es geht um ein neuartiges Gerät welches die nahtlose Integration von Information und Kommunikation der vernetzten Welt in interaktive Brillengläser ermöglicht. In die Brillen könnten dann Informationen, die sonst auf Smartphones oder PDA angezeigt werden, in das direkte Sichtbild eingespiegelt werden.

Wesor-Vision
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Die Bewerbung für den sogenannten X-Tal Controller betrifft die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb eines Instrumentes zur systematischen und automatisierten Proteinkristallisation. Die Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biochemie von Prof. Hilgenfeld schafft die Voraussetzungen für eine erhebliche Effizienzsteigerung in der sogenannten Proteinforschung für die Arzneimittelentwicklung. Das Projekt ist Gegenstand der Förderung im EXIST- Forschungstransfer-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums.

X-Tal Controller
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Uni-Gründerpreis 2010 für OptoMedical Technologies

"Ultraschall mit Licht": Die universelle OCT-Kamera ist weltweit neu und einzigartig

Verleihung des Gründerpreises 2010 (Foto: Ulf Neelsen)Die Firma OptoMedical Technologies GmbH wird mit dem Uni-Gründerpreis 2010 der Sparkasse zu Lübeck ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand heute im Rathaus der Hansestadt Lübeck statt. Geschäftsführerin Dr. Eva Lankenau vom Institut für Biomedizinische Optik der Universität zu Lübeck nahm den mit 10.000 Euro dotierten Preis im Rahmen einer Feierstunde entgegen, an der auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Dr. Christian von Boetticher, teilnahm.

Die im Januar 2010 aus dem Universitätsinstitut heraus gegründete Firma entwickelt, fertigt und vertreibt eine universell einsetzbare Kamera für die Optische Kohärenztomographie (OCT). Die OCT, ein noch junges bildgebendes Verfahren in der Medizin, wird auch als „Ultraschall mit Licht“ bezeichnet. Sie gestattet die Darstellung von Gewebestrukturen in einigen Millimetern Tiefe unter der Haut mit bis zu fünf Mikrometern Auflösung. Dabei ist im Gegensatz zum Ultraschall kein Gewebekontakt nötig.

Alleinstellungsmerkmal von OptoMedical Technologies sind lange signalstabile Lichtwellenleiter und die Ermöglichung des intraoperativen Einsatzes der OCT, außerdem die Universalität des Produktes als Zubehör zu diversen etablierten bildgebenden Medizinprodukten. Damit ist die universelle OCT-Kamera zur Zeit ein weltweit neues und einzigartiges Produkt.

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